Was bedeutet der Begriff Künstliche Intelligenz?

Den Begriff prägte 1955 der Förderantrag für einen Forschungssommer am Dartmouth College, verfasst von John McCarthy, Marvin Minsky, Nathaniel Rochester und Claude Shannon. Ausgangsannahme war, dass sich jeder Aspekt des Lernens und jedes andere Merkmal von Intelligenz so genau beschreiben lässt, dass eine Maschine es nachahmen kann.

Eine einheitliche Definition gibt es bis heute nicht. Die EU-KI-Verordnung beschreibt ein KI-System in Artikel 3 als maschinengestütztes System mit unterschiedlichem Grad an Autonomie. Es leitet aus seinen Eingaben ab, wie es Ausgaben wie Vorhersagen, Inhalte, Empfehlungen oder Entscheidungen erzeugt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unterscheidet zusätzlich: KI ist die Technologie und die wissenschaftliche Disziplin, ein KI-System ist die konkrete Anwendung davon.

Wie grenzt sich KI von maschinellem Lernen und generativer KI ab?

Maschinelles Lernen ist ein Ansatz innerhalb der KI. Das System leitet Regeln selbst aus Beispieldaten ab, statt fertige vorgegeben zu bekommen. Das BSI nennt es neben maschinellem Schließen und Robotik als einen von mehreren Ansätzen. Heute beruhen die meisten sichtbaren KI-Anwendungen darauf, daher werden die Begriffe im Alltag oft gleichgesetzt.

Generative KI ist wiederum ein Teilgebiet des maschinellen Lernens: Die Modelle erzeugen neue Inhalte, etwa Texte durch ein Sprachmodell. Die in der Praxis eingesetzten Systeme sind durchweg auf einzelne Aufgabenfelder zugeschnitten. Eine KI, die beliebige Aufgaben auf menschlichem Niveau löst, ist ein Forschungsziel und kein Produkt.

Welche Rolle spielt KI in der Markenführung?

KI ist ein Bündel an Verfahren, das an vielen Stellen der Markenarbeit ansetzt, und kein einzelnes Werkzeug. Sie wertet Sprache und Daten aus (Natural Language Processing), erzeugt Texte und Bilder, führt Gespräche mit Kundinnen und Kunden (KI-Chatbot) und übernimmt in Abläufen eigene Schritte (KI-Agent). Die Verfahren kennen die Marke nicht. Was sie über die Marke wissen, haben sie aus Trainingsdaten und aus den Vorgaben, die ihnen jemand mitgibt.

Genau dort entscheidet sich der Nutzen. Ohne Vorgaben liefert KI den Durchschnitt, mit einem Markenkontext arbeitet sie mit dem, was die Marke ausmacht.

Welche Pflichten bringt der Einsatz von KI im Unternehmen mit sich?

Artikel 4 der KI-Verordnung verpflichtet Anbieter und Betreiber von KI-Systemen seit dem 2. Februar 2025, nach besten Kräften für ausreichende KI-Kompetenz ihres Personals zu sorgen. Wer KI in Marketing und Kommunikation einsetzt, muss das Team also schulen. Zusätzlich gelten Transparenzpflichten für bestimmte Inhalte, die der Eintrag KI-Kennzeichnungspflicht beschreibt. Rechtliche Einzelfragen gehören in die juristische Beratung.