Woraus besteht eine Value Proposition?
Sie beantwortet vier Fragen: Für wen gilt sie? Welches Problem oder Ziel steht im Mittelpunkt? Welche Lösung bietet das Angebot, und worin unterscheidet es sich von den Alternativen? Dazu kommt ein Reason to Believe, der das Versprechen belegt.
Als Test hilft ein einfacher Blick auf den Satz: Versteht ihn jemand ohne Branchenwissen in wenigen Sekunden, und könnte ein Wettbewerber ihn wortgleich übernehmen? Im zweiten Fall fehlt die Differenzierung.
Wie unterscheidet sich die Value Proposition von Markenversprechen und Alleinstellungsmerkmal?
Das Markenversprechen ist die verbindliche Zusage der gesamten Marke, gültig über Jahre und über alle Touchpoints. Die Value Proposition ist konkreter und bezieht sich auf ein Angebot oder ein Zielgruppensegment. Unter einem Markenversprechen können deshalb mehrere Value Propositions stehen.
Das Alleinstellungsmerkmal ist ein einzelnes Merkmal, das nur dieses Angebot hat. Eine Value Proposition kann darauf aufbauen, braucht es aber nicht. Sie funktioniert auch dort, wo Wettbewerber Ähnliches bieten und der Anbieter den Nutzen schlicht klarer macht. Ein Slogan ist wiederum die kurze Fassung nach außen, die Value Proposition die Substanz dahinter.
Wie wird eine Value Proposition entwickelt?
Verbreitet ist das Value Proposition Canvas von Alexander Osterwalder und Yves Pigneur aus ihrem Buch „Value Proposition Design“ (2014). Es hat zwei Hälften. Das Kundenprofil erfasst, welche Aufgaben die Kundschaft erledigen will, was sie dabei ärgert (Pains) und was sie sich erhofft (Gains). Die Wertkarte hält fest, mit welchen Leistungen das Angebot Ärgernisse lindert und Gewinne ermöglicht.
Ziel ist die Passung beider Seiten bei den wichtigsten Punkten. Wer alles abdecken will, bekommt eine Liste statt eines Versprechens. Geprüft wird am Markt, etwa in Kundengesprächen, mit Landingpages oder in A/B-Tests.
Woran scheitern Value Propositions, und was bedeutet das für KI-Texte?
Häufig sind sie zu allgemein („Qualität und Service“), aus Anbietersicht als Funktionsliste geschrieben oder mit Fachjargon überladen. In allen drei Fällen sagen sie wenig darüber, warum sich jemand entscheiden sollte.
Sprachmodelle ergänzen eine fehlende Value Proposition mit dem, was in der Branche üblich ist. Das Ergebnis klingt nach Nutzenversprechen, sagt aber nichts Eigenes. Liegt sie als klare Vorgabe vor, kann die KI jeden Text an ihr ausrichten.